Meine Zucht

Wie funktioniert's?

Kontaktaufnahme:

Ist es der Fall, dass Sie an der Adoption von einem oder mehrerer Kitten von Lila interessiert sind, dann melden Sie sich doch zeitig bei mir über die E-Mail meiner Webpage. Gerne erfahre ich etwas mehr über Ihre Wohnsituation, Haushaltkonstellation, Beweggründe zur Anschaffung eines/mehrerer Kitten, Erfahrungen mit Haustieren, aber auch andere nützliche Informationen, damit ich mir schon früh ein so gutes Bild wie möglich von Ihnen machen kann. 

In einem zweiten Schritt würde ich mich anschliessend bei Ihnen zurückmelden um aktuelle Informationen durchzugeben. Nach einer positiven ersten Einschätzung kann ich auch schon einen ersten Termin für ein Treffen bei mir Zuhause ausmachen, um sich gegenseitig besser kennenzulernen und um Fragen zu beantworten oder Unklarheiten zu beseitigen. Bevor ich Ihnen eines oder mehrere Kitten versprechen kann, möchte ich mich versichern/davon überzeugen, dass das/die Kitten in Ihren Händen als mögliche*r zukünftige*n Besitzer*in gut aufgehoben ist/sind. Zusätzlich können Sie sich ebenfalls ein besseres Bild von mir und meiner Hobby-Zucht machen, um selbst einschätzen zu können, ob es wirklich passt oder nicht. 

Verlaufen die Treffen und das Vorstellen positiv und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass einer Adoption nichts im Wege steht, würde ich mit Ihnen als zukünftige*n Besitzer*in in Kontakt bleiben und Ihnen entsprechend der Situation auch über einen anstehenden Wurf bzw. dem Stand der bereits geborenen Jungtiere Informationen zukommen lassen. 

Weitere Besuche nach einem Erstgespräch, um die Kitten kennenzulernen, sind natürlich nach Absprache gerne möglich.

Sobald die Kitten alt genug sind, können diese abgeholt und in ihr neues Zuhause gebracht werden. Der Tag der Abholung ist auch gleich der Zeitpunkt für die Bezahlung. Inwiefern sich der Preis festlegt ist unter den Preisen zu finden. 

Falls es während der Wartezeit zu Zwischenfällen oder Änderungen bezogen auf die Adoption kommt, scheuen Sie sich nicht, sich frühzeitig bei mir zu melden. Haben sich Umstände geändert, wurde eine andere Zucht doch bevorzugt, sind Sie doch nicht mehr sicher über eine Adoption oder gib es etwas anderes, was dringend besprochen werden muss? Gerne bespreche ich die besonderen Umstände mit Ihnen und kläre allenfalls akut auftretende Fragen.

Ich habe mich vorerst dafür entschieden auf eine ähnliche Weise, wie die ehemaligen Besitzerin weiter zu machen. Den Würfen werde ich entsprechend der Wurffolge einfache (allenfalls auch gut zusammenpassende) Namen mit dem dazugehörigen Buchstaben aus dem Alphabet geben, jedoch nicht mit demselben Anfangsbuchstaben für den gesammten Wurf zusammen, sondern pro Fellnase ein weiterer Buchstabe aus dem Alphabet. (Im fünften Wurf wären es bei 3 weiteren Kitten also Namen mit den Buchstaben E, F und G)

Jedoch ist mir aber auch durchaus wichtig, dass der Name des/der Kitten auch dem/der zukünftige*n Besitzer*in gefällt und entspricht, weshalb ich in Absprache mit jenen auch die Bezeichnung festlegen würde. 

Falls dennoch ein Name für Sie unpassend zu sein scheint, es kann sich nur schwer auf ein Name geeinig werden oder es wurde schon im Voraus ein Name ausgewählt, werde ich natürlich niemanden davon abhalten die Fellkugel/n entsprechend der Vorstellungen zu benennen. Dennoch würde ich es persönlich sehr schätzen, wenn bei einer Namensänderung des ursprüngliche Names, jener als Zweitnahme bewahrt wird :) 

Dies kann unter anderem ja auch ein herziger, kleiner Fakt am Rande eines Gespräches sein, da man mit den Buchstaben auch einwenig die Übersicht über Lilas Würfe beibehalten kann.

Namensgebung

Jede Zucht hat ihr eigenes System, wie sie Namen für die Jungtiere wählt. Je nach dem sind die Züchter*innen mit der Benennung auch sehr verbissen und achten sich darauf, dass alles den strengen Richtlinien der Zucht-Stammbäume, der Vereine und den Zertifikaten entspricht. Der Name soll dabei eine Bedeutung haben und die Reinrassigkeit herausheben und unterstreichen. Als Hobby-Züchterin (ohne Stammbäume oder Zertifikate), nehme ich die Sache etwas weniger streng in die Hände und gehe dabei gerne etwas lockerer vor. 

Lila hatte vor ihrer Aufnahme bei uns schon mehrere Würfe bei ihrer ehemaligen Besitzerin. Beim Vorgehen ums Festlegen der Namen ging diese dabei immer gleich vor. Entsprechend der Wurfabfolge, wählte sie den dazugehörigen Buchstaben aus dem Alphabet und so erhielten die Kitten alle einen Namen mit demselben Anfangsbuchstaben. In  Lilas erstem Wurf trugen also alle den Anfangsbuchstaben A, im zweiten begannen alle Namen mit einem B, im dritten Wurf war der Buchstabe C an der Reihe, usw.

Es gibt aber auch ganz viele andere Arten, seine Würfe mit Namen zu versehen. So sind Charaktere aus bekannten Filmen, Serien oder Büchern sehr beliebt, aber auch Farben, Blumen, Nahrungsmittel, Reime, Schaupieler*innen, Sänger*innen, Städte, Götter und so viel mehr. 

Ob die Katze schlussendlich auf ihren Namen hört ist sehr individuell. Man sagt zwar, dass ein- bis zwei-silbige, kurze Namen mit vielen Vokalen, ohne Zischlauten, die geeignetste Vorgehensweise ist, sich für einen Namen zu entscheiden. Leben mehrere Haustiere in einem Haushalt, ist es ebenfalls ratsam, keine all zu ähnliche Namen zu wählen. 

Wie fälle ich meine Entscheidungen? Was kommt auf Sie zu?

Mir ist natürlich wichtig, dass die Kitten von Lila an einem guten Platz aufgehoben sind. Das Tierwohl steht mir immer an oberster Stelle und eine Entscheidung ein Lebewesen, wie eine Katze, zu sich aufzunehmen, sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Eine Katze ist eine Anschaffung fürs Leben und kann den/die Besitzer*in mit vielen Herausforderungen konfrontieren. Ist man darauf nicht genügend vorbereitet oder gar mit der Situation überfordert, kann das sowohl für den Besitzer frustrierend, als auch für die Katze schädlich und traumatisierend sein. 

Mir ist vor einem Verkauf eines oder mehrerer Kitten also sehr wichtig, Sie als den/die mögliche/n Besitzer*in kennenzulernen und Sie einschätzen zu können. Dabei ist jedoch nicht gedacht, dass Sie sich wie in einem Verhör vorkommen oder sich sogar jetzt schon abschrecken lassen, mich bei Interesse lieber doch nicht zu kontaktieren. Mir ist lediglich ein Verständnis Ihrerseits wichtig, dass die Kitten von Lila in gute Hände gegeben werden und ein schönes und liebevolles Leben in ihrem neuen Zuhause haben werden, was ja auch im Interesse und Sinne von Ihnen liegen soll.

Befinden sich Lilas Jungtiere nun in ihrem neuen Heim, so würde es mich ebenfalls äusserst freuen zwischendurch auch mal ein paar Bilder von den ausgewachsenen Ragdolls zugeschickt zu bekommen. Dies können Sie aber ganz unabhängig selber entscheiden. In Absprache mit Ihnen, würde ich dann gerne auch manche Bilder in der Bildergalerie hochladen, um weiteren Interessenten das Aussehen des Nachwuchs von Lila zeigen zu können. Ausserdem interessiert es mich selbst natürlich auch, wie die kleinen gewachsen sind und sich entwickelt haben :)

Übergabe des/der Kitten:

Was ist bereits getan? Worauf muss ich mich achten? Was wird benötigt?

Zum Zeitpunkt, wenn die Kitten für ihren grossen Umzug bereit sind, sind sie schon geimpft und entwurmt worden. Je nach Alter oder expliziten Anfragen des/der neuen Besitzer*in, wurden sie ebenfalls schon gechipt. Sie erhalten ein Gesundheitszeugnis, sowie ein kleines Set an Grundausstattung und Lieblingsdingen der kleinen Samtpfote/n, insofern es auch solche besessen hat. Das Set würde beispielsweise also etwas vom bisher gewohnten Futter, sowie einer Liste mit Empfehlungen, Tipps und Tricks orientiert an den Bedürfnissen des/der Kitten enthalten. Dazu kommt (je nach Bedarf) ebenfalls eine selbstgemachte Decke mit den vertrauten Gerüchen der Mutter und der Wurfgefährten und teilweise auch individuell notwendige Dinge, (Spielzeug, etc.)

Zusätzlich gäbe ich ihnen ebenfalls ein Dokument zum Unterzeichnen, welches schriftlich versichern soll, dass die Kitten in gesundheitlich abgeklärtem Zustand (vom bis dahin zuständigen Tierarzt bestätigt), übergeben werden konnten.

Was von Ihnen für den Tag der Abholung aber selbst besorgt werden muss, ist eine Transportbox, um das/die Kitten auch sicher in ihr neues Zuhause bringen zu können. (Ich empfehle ebenfalls eine weiche Polsterung, wie zum Beispiel die mitgegebene Kuscheldecke, mithinein zu legen. So wirkt das unbekannte Objekt nicht nur ein wenig sicherer auf das/die Kitten, sondern bietet eine Decke auch etwas mehr Schutz, ist weitaus gemütlicher und bequemer als rauer Plastikboden und kann aber auch einfach beruhigend wirken und warm halten.)

Kastration und Sterilisierung:

Zur Zeit der Abgabe wurde das Kitten noch nicht sterilisiert bzw. kastriert, da es zu diesem Zeitpunkt noch viel zu jung dafür wäre. Eine Katze sollte idealerweise erst dann kastriert werden, wenn sie die Geschlechtsreife erreicht hat. Diese tritt im Durchschnitt etwa im Alter von 7 Monaten ein und kann bei Männchen am territorialen Verhalten und ihrem stark riechenden Urin festgestellt und bei Weibchen an der Rolligkeit und dem damit auffälligen Paarungs-Verhalten, erkannt werden.

Etwas weiter unten (in den Zusatzinformationen), habe ich ausführlicher erklärt, wann eine Kastration/Sterilisierung durchgeführt wird und wieso ein solcher Eingriff auch nur zum besten ist für Mensch und Tier. Ich lege ihnen stark ans Herz, sich den gesamten Text dazu durchzulesen.

Um das Einleben etwas zu vereinfachen kann man dem Kitten dennoch einiges anbieten, um es an sein neues Zuhause zu gewöhnen und das Wohlbefinden zu steigern. 

Im Grossteil der Fälle hilft es in den ersten Tagen bis Wochen, alles etwas ruhiger anzugehen. Das Kitten soll sich nicht bedrängt fühlen, sondern den Freiraum bekommen, den es braucht, um sich in der ungewohnten Umgebung gut einzuleben. Geben sie dem Katzenjungen Zeit und lassen sie es ruhig jeden Ort erkunden ohne es dabei zu Kontakt sowie Erkundungstouren zu drängen oder es stressigen Situationen auszusetzen. Indem sie dem Kitten mit Vorsicht gegenübertreten und bei einem Annähern zuerst die Hand zum Schnüffeln hinhalten, wird es sich mit der Zeit an ihren Geruch gewöhnen und auch über die Mutter hinwegkommen. Ausserdem mag es jede Katze abgelenkt zu werden, indem man mit der Fellnase spielt oder es mit Geschicklichkeits-Übungen unterhält. Dies ist vorallem dann wichtig, wenn die Katze alleine gehalten wird oder eine reine Wohnungskatze ist.

Dass ein Kitten seine Mutter vermisst kommt natürlicherweise vor und ist in den ersten Wochen im neuen Heim auch relativ normal. Dabei kann es vorkommen, dass es laut miaunzt, ziellos umher irrt oder sogar an Kissen oder anderen weichen Gegenständen saugt, auf der Suche nach den Zitzen der Mutter. Jedoch sollte dies im schnellen Verlauf der Zeit vergehen. Zeigt sich dieses Verhalten jedoch über einen längeren Zeitraum, sollte man sich möglicherweise an den/die Züchter*in wenden und das weitere Vorgehen zu besprechen oder es können weitere hilfreiche Tipps ausgetauscht werden. 

Im neuen Zuhause 

Eingewöhnung im neuen Heim:

Bis die Kitten in ihr neues Zuhause gebracht werden können, verweilen sie nach der Geburt normalerweise mindestens 12-14 Wochen bei ihrer Mutter. Dies ist die Mindestzeit, die eine Jungkatze bei ihrer Mutter verbringen muss, um all die notwendigen Dinge zu lernen, die es für das spätere Leben braucht. In diesen Wochen lernt das Kitten nicht nur den Toilettengang oder das typische Putz-, Kletter- und Spiel-Verhalten, welches es für ein artgerechtes Leben benötigt, sondern findet in dieser Zeitspanne auch die Sozialisierung statt. 

Die Sozialisierung des Kitten ist von gesundheitlich enorm grosser Wichtigkeit. Wird ein Jungtier zu früh von der Mutter und seinen Wurfgefährten getrennt, hat dies langzeitlich schon früh einsetzende, negative Folgen im Verhalten und der Persönlichkeit des Tieres. Etliche Studien haben beobachten können, wie Kitten, welche zu früh von ihrer Mutter und seinen Geschwistern getrennt wurden, Verhaltensstörungen im frühen Alter entwickelten. Viele wurden aggressiv gegenüber Menschen sowie anderen Katzen, nagten an Möbeln, frassen nicht-zum-Verzehr-geeignete Gegenstände, putzten sich zwanghaft oder vernachlässigten ihre Fellpfege gar, kratzen am Boden, verweigerten ihre Nahrung, zeigten sich im Verhalten impulsiv, urinierten unkontrolliert im eigenen Heim, verhielten sich abweisend, verängstigt und unsicher gegenüber dem/der Besitzer*in oder zeigten sogar Symptome einer Zwangsneurose.


Was ist, wenn es doch nicht funktioniert?

Leider kann es auch vorkommen, dass sich ein Kitten trotz aller Versuche und Bemühungen, nicht an das neue Zuhause gewöhnen kann oder sich der/die Besitzer*in mit der Verantwortung. Mit dem Aufwand nicht umgehen zu können oder mit der Situation überfordert zu sein, kann vielen neuen Katzenbesitzern passieren. Für das Wohl des/der Kitten darf unter solchen Umständen nicht zu lange mit einem Kontakt zu mir gewartet werden. Sich einreden zu wollen, dass man vielleicht einfach noch ein wenig mehr Zeit braucht, um sich aneinander zu gewöhnen kann für beide Seiten grossen Stress bedeuten und fatale Folgen mit sich ziehen. 

In diesem Falle würde ich mit dem/der Besitzer*in die Gesamtsituation ansehen und das weitere Handeln besprechen. Vielleicht lassen sich die Schwierigkeiten mit etwas Hilfe und Unterstützung ändern und die Umstände können sich bessern. Ist dies aber auch nach weiterer Beobachtung nicht der Fall und das Kitten kann nicht bei dem/der diesweiligen Besitzer*in bleiben, müsste das Kitten im schlimmsten Fall zurück zu mir nach Hause gebracht werden. Je nach Grund der Zurücknahme des/der Kitten, würde dieses dann weitervermittelt werden oder bei mir bleiben. 

Ob man danach auf ein weiteres Kitten warten möchte oder nicht, liegt, insofern es die Umstände erlauben, in den Händen des/der nun wieder wartenden, möglichen Interessent*in.

(Musste das Kitten aufgrund einer offensichtlichen Überforderung oder sogar tierwohlgefärdendem Verhalten des/der Besitzer*in zurückgegeben werden, käme ein weiterer Adoptionsversuch zu einem späteren Zeitpunkt meinerseits, ethisch gesehen, nicht mehr in Frage)

Wann soll ich meine Katze kastrieren/sterilisieren lassen?

Der Zeitpunkt um die eigene Fellnase vom Tierarzt kastrieren/sterilisieren zu lassen ist im Normalfall dann, wenn die Katze ihre Geschlechtsreife erreicht hat. Dies kann je nach Katzenrasse mal so mal so variieren, tritt im Durchschnitt bei Katern aber im Alter von 6-8 Monaten und bei Kätzinen im Alter von 6-12 Monaten ein. Ob eine Katze ihre Geschlechtsreife erreicht hat lässt sich anhand ihres sich verändernden Verhaltens feststellen.

Kater verhalten sich weitaus territorialer und aggressiver als zuvor. Um ihren Duft zu verbreiten und paarungsfähige Kätzinnen anzulocken, urinieren sie vermehrt an viele Stellen ihres Reviers. Dies kann sowohl draussen (Freigänger), als auch drinnen (Wohnungskatzen) stattfinden. Der Urin unkastrierter Kater hat dabei einen noch ausgeprägt stärkeren Geruch, als bei unpaarungsfähigen Stubsnasen.

Bei Kätzinnen lässt sich die Geschlechtsreife an der ersten Rolligkeit ablesen. Typisch dafür ist das laute Miauen, welches die Aufmerksamkeit paarungsfähiger Kater auf sich ziehen soll, das rege und unruhige Bewegungsverhalten und das namentypische Bodenrollen, sowie das Hochhalten des Gesässes.


Diverse Zusatzinformationen:

Wieso soll eine Katze kastriert/sterilisiert werden und was passiert, wenn dies nicht getan wird? (Quelle: Pets Deli . ch)

Der medizinische Eingriff, welcher der entsprechend fähige Tierarzt ausführt, um der Katze die Fortpflanzungsfähigkeit abzubinden, hat einen wichtigen Hintergrund. So mag es zwar für viele Menschen eine schöne Vorstellung zu sein scheinen, im eigenen Zuhause von Kitten umgeben zu sein und diese beim Spielen, Toben, Jagen und Kuscheln zu beobachten. Doch ist dieses Traumbild leider eben entsprechend utopisch und viel zu sehr romantisiert und viel zu simpel dargestellt.

Die Geburt und Aufzucht von Jungkatzen ist eine enorm grosse Verantwortung und eine äusserst anstrengende Arbeit, für welche man sich sehr viel seiner freien Zeit nehmen muss. Kann eine solche "Aufopferung" seinerseits nicht gewährleistet werden, sind die Folgen äusserst fatal. Es wird nicht nur die Mutterkatze bei der Geburt einem grossen Risiko und ettlichen Gefahren ausgesetz, sondern steht auch das Überleben der Kitten am seidenen Faden. Nicht selten kommt es während oder nach der Geburt dazu, dass ein Kitten von der Mutter abgestossen oder durch die ganze Hektik und den Trubel übersehen und/oder vernachlässigt wird. Dass dabei auch ein Kitten verstirbt, hat man oftmals nicht so klar vor Augen. Aber auch das ist nur ein kleiner Teil von vielen anderen Erklärungen und Hintergründen, warum man neuen Haustierbesitzern so stark ans Herz legt, diesen Eingriff vom Tierarzt durchzuführen.

Kätzinnen sind (anders als Hündinnen) nicht nur zwei mal im Jahr paarungsfähig, sondern sehr viel öfters. Im Normalfall dauert die Rolligkeit einer Katze etwa 15 Tage (ungedeckt) und wiederholt sich alle 2-3 Wochen. Ist eine Kätzin geschlechtsreif und wird rollig, möchte sie sich auch entsprechend von einem Kater decken lassen. Dabei rollt sie sich, wie es der Name schon andeutet, immer wieder auf dem Boden, hebt ihr Hinterteil in die Luft, ist unruhig und sehnt sich nach draussen, um endlich von einem der Kater, durch das laute Miauen und den verlockenden Dufthormonen angelockt, gedeckt zu werden.

Wenn bei Wohnungskatzen die Rolligkeit eintritt, eine Deckung aber nicht ermöglicht wird, wird dies nach nicht all zu langer Zeit zu einer Dauerrolligkeit führen. Diese entsteht dann, wenn unsterilisierte Kätzinnen mehrmals hintereinander rollig, jedoch aber nicht gedeckt werden. Der Abstand zwischen den Rolligkeitsphasen verkürzt sich so stark, bis es gar keine Pause mehr dazwischen gibt. Dies ist nicht nur für den/die Besitzer*in ein enormer Stress, sondern kann die Dauerrolligkeit auch bei der Kätzin starke psychische Schäden hervorrufen und eine grosse Belastung für sie sein. Eine solche Dauerrolligkeit führt nicht selten zu Appetitlosigkeit mit ungesundem Gewichtsverlust, zum Ermatten des Fells, sowie Haarausfall und Vernachlässigung der Fellpflege. Es führt aber auch zu Hyperaktivität, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen oder Aggressionen. Ausserdem erhöht eine Dauerrolligkeit das Risiko für Eierstockzysten, Gebärmuttererkrankungen, Harnabsatzprobleme und auch das allgeimeine Tumorbildungsrisiko steigt.

Bei Freigängerkatzen ist eine Kastration/Sterilisierung aber genauso notwendig, wie bei Wohnungskatzen. Das Unterbinden der Fortpflanzungsfähigkeit soll unter anderem ungewollten Nachwuchs von Streunern vermeiden und die eh schon stark überlasteten Tierheime nicht noch zusätzlich herausfordern und belasten.

Je nach Tier kann sich ein geschlechtsreifes Lebewesen sehr penetrant und territorial verhalten. Hierbei neigen Kater oftmals zu aggressivem, bishin zu kämpferischem Verhalten gegenüber Gleichgesinnten oder auch den Besitzern. Üblicherweise urinieren sie sowohl draussen, als auch im Haus , wo es ihnen gerade passt (z.B. auf Möbel, in Betten, auf Kissen, in Schränke, auf Teppiche, an Tische, mitten auf den Boden), um ihre Duftmarken zu verteilen und ihr Revier zu markieren. Sie sind verstärkt aggressiv und unnachgiebig oder können tagelang unterwegs sein und herumstreunen.